kath. Pfarrei und Kirchgemeinde Abtwil-St.Josefen
Platzhalter Platzhalter Platzhalter
Platzhalter Platzhalter

Nelson Mandela – ein grosser Politiker und Menschenfreund

Nelson Mandela ist eine der prägendsten Persönlichkeiten im Kampf für Menschenrechte des 20. Jahrhunderts. Er hat mit unerschütterlichem Einsatz für das Einhalten der Menschrechte und für den Aufbau eines neuen Südafrikas gekämpft um das Land auf den festen Grundlagen von Gewaltfreiheit, Versöhnung und Wahrheit aufzubauen. Auf diese Weise begeisterte er Menschen auf der ganzen Welt.

 

Mandela wurde 1918 in Transkei, Südafrika, als Sohn eines Stammesführers geboren und erwarb einen Universitätsabschluss in Rechtswissenschaften. Dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) trat er 1944 bei und arbeitete von da an aktiv daran, die Apartheidpolitik der Regierung abzuschaffen. Vor Gericht hat er einmal erklärt: „Ich habe gegen weisse Vorherrschaft gekämpft und ich habe gegen schwarze Vorherrschaft gekämpft. Ich habe das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft in Ehren gehalten, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Chancen zusammenleben. Es ist ein Ideal, für das ich zu leben und das ich zu erreichen hoffe. Doch wenn es sein muss, bin ich auch bereit, für dieses Ideal zu sterben.“

 

Als er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, stand Nelson Mandela für die wachsende Anti-Apartheid-Bewegung als ein mächtiges Symbol des Widerstandes. Dabei hat er sich immer wieder standhaft geweigert Kompromisse bezüglich seiner politischen Standpunkte einzugehen, um seine Freiheit zu erlangen. Nach 18 Jahren im Gefängnis von Robben Island wurde er im Februar 1990 entlassen. Von da an verstärkte er den Kampf gegen Unterdrückung und wurde im Mai 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas vereidigt. Bei Wechsel, die von der Minderheitsregierung und Apartheid wegführte, war er tonangebend. Im Jahre 1993 wurde Nelson Mandela zusammen mit dem damaligen südafrikanischen Präsidenten Frederik de Klerk der Friedensnobelpreis überreicht. Am 5. Dezember 2013 verstarb er im Alter von 95 Jahren.


Das Prinzip „Vergeben ohne zu vergessen“

Nelson Mandela hat einmal gesagt: „Sprichst du mit jemandem in einer Sprache, die er versteht, so erreichst du seinen Kopf; sprichst du mit ihm aber in seiner eigenen Sprache, so erreichst du sein Herz.“

Was den grossen Menschenfreund Nelson Mandela auszeichnet, ist die Fähigkeit zu vergeben. Es war vor allem sein Verdienst, dass es nach den ersten freien Wahlen in Südafrika mit dem Sieg des von ihm geführten Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) nicht zu einem blutigen Bürgerkrieg kam. Eines seiner wichtigsten Mittel der Versöhnung war die Einrichtung der Wahrheitsfindungskommission durch das südafrikanische Parlament.

Unter Vorsitz des südafrikanischen Erzbischofs Desmond Tutu war das Ziel einer 17-köpfigen Kommission, die Wahrheit vergangener Unmenschlichkeit und Unterdrückung während der Apartheid an die Öffentlichkeit zu bringen und so die Menschenrechte zu stärken. Die Schuldigen kamen nicht vor ein Gericht, sondern sollten Motive und Vorgehensweisen bei Ereignissen der Apartheid-Ära öffentlich darstellen. Wer sich freiwillig der Kommission stellte, konnte mit Amnestie rechnen.

Viele Opfer der Apartheid konnten sich nicht mit diesem Vorgehen anfreunden und verlangten harte Strafen. Trotzdem gelang es der Kommission und der südafrikanischen Regierung unter Nelson Mandela in der Öffentlichkeit, dass das Prinzip "Vergeben ohne zu vergessen" in der Bevölkerung anerkannt wurde. Erleichtert wurde dies durch den Blick nach vorn, bei dem es nicht um Rache an den Tätern, sondern um Hilfe für die Opfer ging.

Es ist nur zu wünschen, dass es auch heutige Generationen von Südafrikanern inspiriert, Gerechtigkeit und Gemeinwohl in den Vordergrund ihrer politischen Erwartungen zu stellen.

 

Edith Leber


  Home